Das GKV-Spargesetz sorgt weiterhin für deutliche Kritik in der Hausärzteschaft
Seit dem Kabinettsbeschluss bleibt das GKV-Spargesetz aus Sicht der Hausärztinnen und Hausärzte hoch problematisch. Statt die ambulante Versorgung zu stärken, setzt das Gesetz auf neue Sparvorgaben, die die hausärztlichen Praxen zusätzlich belasten und bewährte Strukturen schwächen.
Worum geht es?
Der Gesetzentwurf sieht zwei zentrale Eingriffe in die Hausarztzentrierte Versorgung vor:
- Fixkostendegression: Steigende Einschreibungen in die HZV führen künftig zu einem Abschlag auf die Vergütung. Die Versorgung von mehr Patient:innen im erfolgreichsten Primärversorgungssystem Deutschlands wird bestraft.
- Grundlohnrate: Wie auch in anderen Bereichen des Gesundheitswesens sollen in der HZV die Vergütungsanpassungen zukünftig durch die Grundlohnrate begrenzt werden.
Was bedeutet das für die Praxis?
Die Regelung bezieht sich auf die zukünftige Entwicklung der HZV – im Gegensatz zur KV, wo auch Leistungen aus dem Bestand gekürzt werden. Insbesondere die Kürzungen für neue Patient:innen sind mit der Logik der HZV überhaupt nicht kompatibel. Es werden große Änderungen notwendig sein, um diese Regelung – sollte sie beschlossen werden – umzusetzen. Daher lässt sich auf Basis des Gesetzentwurfs aktuell nicht belastbar berechnen, wie sich die Regelung konkret auf einzelne Praxen auswirken würde. Der Gesetzgeber geht jedoch von einer Minderentwicklung von 70 Mio. Euro im ersten Jahr aus
Jetzt aktiv werden: Einschreiben!
Wichtig für Sie zu wissen: Falls das Gesetz das parlamentarische Verfahren passiert, friert es mit seinem Inkrafttreten den Status quo ein. Das heißt: Alle bereits eingeschriebenen Patient:innen lösen später keine Abschläge aus. Schreiben Sie deshalb jetzt in die HZV ein. Sie sorgen damit zum einen dafür, dass Ihre Praxis wirtschaftlich in einer guten Ausgangssituation ist, und zum anderen unterstützen Sie die politische Botschaft. Die HZV bleibt das bessere System - unabhängig davon, wie das Gesetzgebungsverfahren ausgeht!
- Eingeschriebene Patient:innen sorgen für Mehrhonorar und führen, sollte das Gesetz kommen, nicht zu Abschlägen in der Zukunft.
- Mehr Eingeschriebene = mehr politisches Gewicht. Bundesweit sind über 11 Millionen Versicherte in der HZV eingeschrieben. Jede weitere Einschreibung stärkt unsere politische Verhandlungsposition.