Vorstand des SHÄV besucht Arzneimittelproduktion
Am 2. Oktober 2026 war der Vorstand des Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes zu Gast an einem großen Produktionsstandort für Arzneimittel in Ingelheim am Rhein. Für uns stand dabei eine Frage im Mittelpunkt, die uns in den Praxen täglich begleitet: Wie sicher ist die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten mit Medikamenten?
Produktion in Deutschland als Beitrag zur Versorgungssicherheit
Lieferengpässe gehören längst zum hausärztlichen Alltag. Umstellungen, Rückfragen aus der Apotheke und verunsicherte Patienten kosten Zeit und gefährden im Zweifel Therapien. Ein wesentlicher Grund ist die starke Abhängigkeit von wenigen Produktionsstandorten außerhalb Europas, insbesondere bei Wirkstoffen. Der Einblick in eine moderne Arzneimittelfertigung hierzulande hat deutlich gemacht, welchen Wert kurze, verlässliche Lieferketten und Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa haben. Aus unserer Sicht muss es politisches Ziel bleiben, diese Strukturen zu erhalten und gezielt auszubauen.
Resilienz und Klimaschutz gehören zusammen
Ein Schwerpunkt des Besuchs war die Besichtigung des standorteigenen Heizkraftwerks. Dort wird gezeigt, wie die Energieversorgung eines großen Industriestandorts auf nachhaltige Brennstoffe umgestellt werden kann. Eine eigene, klimafreundliche Energieversorgung macht die Produktion unabhängiger von externen Krisen und senkt zugleich Emissionen. Gerade weil der Gesundheitssektor selbst einen relevanten Anteil am CO₂-Ausstoß hat, ist das ein Ansatz, der Beachtung verdient.
Wir danken den Gastgeberinnen und Gastgebern für die Organisation, die offene Diskussion und die fachkundige Führung durch das Kraftwerk.